Die gelbe Korallengrundel – Gobiodon Okinawae

Hier findet ihr meine Erfahrungen zur Haltung der gelben Korallengrundel (Gobiodon okinawae).

Keyfacts:

  • Benötigt größere Nanoriffe (über 50 L)
  • Schwimmt relativ frei
  • Bewegungsfreudig
  • Zutraulich
  • nicht aggressiv, verträgt sich gut mit allen anderen Mitbewohnern
  • Frißt Frostfutter, Granulat wurde nicht angenommen
  • Frißt auch SPS Korallen

Natürlich beziehen sich meine Beobachtungen hauptsächlich auf mein Exemplar, welches ich nur ein paar Wochen gepflegt habe. In dieser Zeit studierte ich es aber sehr genau. Gleich vorweg, ich habe meine Korallengrundel wieder abgegeben, da sie mir die SPS Korallen vor allem meine Seriatopora Caliendrum angefressen hat. Die Seriatopora hatte viele kahle Äste und konnte sich nicht so schnell regenerieren wie ihr zugesetzt wurde auch meine später neu eingesetzte Acropora tenuis wurde mehrfach angebissen.

Ich hatte vorher gelesen das die Gobiodon okinawae ab und an in SPS beißen würde aber diese nicht nachhaltig schädigen würde. Naja, bei nanoriff-großen SPS ist sie schnell tödlich. Bis heute (mehrere Monate nach Abgabe der Korallengrundel) hat sich die Seriatopora noch nicht vollständig erholt und die Acropora ist verstorben.  Deshalb kann ich die Gobiodon okinawae euch nur empfehlen, wenn ihr entweder keine SPS pflegt oder nur sehr große Stöcke besitzt. An LPS oder Weichkorallen, sowie Scheiben oder andere Anemonen ist sie nie gegangen und diese sollten unproblematisch sein.

 

Verhalten

Gobiodon okinawae ist ein friedlicher Fisch, der sehr gut mit anderen friedlichen Fischen zusammen lebt. Dasnanoriff beherbergte zur gleichen Zeit nur noch eine Lanzensymbiosegrundel und die Fische zeigten keinerlei Aggressivität gegeneinander.

Meine gelbe Korallengundel ließ auch alle anderen Mitbewohner außer den SPS absolut in Ruhe, weder die Boxerkrabbe noch die Lysmata kuekenthali wurde behelligt, Schnecken und Einsiedler ebenso.

Die Gobiodon okinawae ist relativ freischwimmend, sie hielt sich bei mir meist im oberen Beckenbereich auf und fast nie in den letzten 10-15 cm. Der Bodennahe Bereich war auch der Aufenthaltsort der Symbiosegrundel, wobei sich mein Exemplar nicht weit von ihrem Höhlenausgang entfernt und es so sehr selten, eigentlich nur bei der Fütterung, zu Begegnungen kam. Gobiodon okinawae dagegen schwamm oft auch an der Oberfläche und war recht schnell sehr zutraulich. So nahm sie ab dem ersten Tag Fütter von der Pinzette an und schwamm sofort zur Pinzettenspitze sobald diese ins Aquarium tauchte. Ich würde eine Korallengrundel als Vielschwimmer für ein Nanoriff bezeichnen und somit eignet sie sich auch nicht für kleine Becken unter 50 L. Wahrscheinlich wären 100 Liter noch besser gewesen aber sie zeigte zumindestens in den paar Wochen bei mir keine Anzeichen von Unwohlsein.

Neben dem regelmäßigen erkunden des Riffs, verbringt die Korallengrundel immer wieder ruhige Phase in Korallen. Dazu setzt sie sich am liebsten SPS Korallen, meine bevorzugte die Seriatopora Hysterix und später die neu eingesetzte Acropora.

Gobiodon okinawae ruht sich in einer Acropora tenuis auf dem Riffdach aus.

Der kleine gelbe Wirbelwind kann also durchaus auch entspannen. Das sehr interessante und abwechslungsreiche Verhalten von Gobiodon okinawae macht sie zu einer großen Bereicherung im Riff.

 

Fütterung und Nahrungsansprüche

Die gelbe Korallengrundel hat ein erstaunlich großes Maul für einen max 5 cm langen Fisch. So ist es auch nicht verwunderlich das sie auch größere Brocken frisst.

Bei mir ging sie fast nur an Frostfutter nahm dabei gerne auch größere Stücke und fraß sowohl von der Pinzette als auch frei schwimmendes Futter. Das Futter wurde meist nahe der Oberfläche aufgenommen, wobei sie selten mehr als die halbe Beckentiefe nach Futter tauchte.

Da meine Tiere auch längere Urlaube ohne Pfleger auskommen müssen, versuchte ich sie an Granulat zu gewöhnen allerdings fraß sie dies nur sehr selten und ließ es meist links liegen. Stattdessen jagte sie in Zeiten wo kein Frostfutter gereicht wurde die Mysis welche in sehr großer Zahl in meinem Becken vorkommen. Wahrscheinlich lässt sich Gobiodon okinawae eher an Flockenfutter als an das kleine Granulat gewöhnen. Gerade ihre Vorliebe dicht unter der Oberfläche nach Nahrung zu suchen legt diesen Schluss für mich nahe. Leider hatte ich keine Gelegenheit dies noch zu testen.

Leider frisst sie auch SPS Polypen und so fegte sie ganze Äste von meiner Seriatopora Caliendrum kahl. Dabei ließ sie fast alle anderen Korallen in Ruhe, lediglich die Acropora wurde etwas attackiert als sie ins Becken kam, jedoch maximal 1-2 Bisse und nicht ständig wie die Seriatopora. Egal wieviel ich fütterte, sie ging immer wieder an die Polypen, dabei war ihr Bauch gut gefüllt und sehr rund. Da ich sie nicht dazu bringen konnte die SPS leben zu lassen musste ich sie leider raus fangen und abgeben.

Fazit

Sehr schöne Grundel die sehr munter und aufgeweckt ist, sie ist eine tolle Bereicherung für jedes große Nanoriff. Sie wird sehr schnell sehr zutraulich. Jedoch nicht für SPS Korallen Halter geeignet.

 

 

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