Lanzen-Symbiosegrundel – Stonogobiops nematodes

Sicherlich einer der beliebtesten Halungssymbiosen ist eine Stonogobiops nematodes mit einem Knallkrebs. Auch mich überzeugte die Aussicht dieses interessante Symbioseverhalten zwischen Grundel und Krebs zu beobachten und so entschied ich mich auch ein Paar zu kaufen. Leider hab es weder die Lanzengrundeln als Paar noch ein Paar aus Krebs und Grundel. Ich musste mehrere Wochen suchen bis ich schließlich eine Grundel in abgemagerten und recht schlechten Zustand und einen Alpheus Randalii Knallkrebs im lokalen Großhandel erstehen konnte.

Keyfacts

  • Symbiose mit Knallkrebs ist Voraussetzung, bitte auch Haltung des Knallkrebs berücksichtigen
  • Eher scheuer Bewohner
  • Standort treu, eher Bodengebunden, nicht freischwimmend
  • Friedlich gegenüber allen anderen Bewohnern
  • Frißt Frost- und Granulat Futter
  • Paarhaltung möglich

Symbiose zwischen Krebs und Grundel

Es gibt immer verschiedene Grundel und Krebs Kombinationen die eine Symbiose eingehen können. Für Stonogobiops nematodes wird Alpheus Randalii als optimaler Symbiosekrebs empfohlen und so entschied ich mich auch für diese Paarung.

Alpheus Randalii ist der bevorzuge Symbioskrebs für Stonogobiops nematodes. Er kann mit seiner übergroßen Schere Wasser überschallschnell beschleunigen, dies erzeugt dann den typischen Knall. Mein Exemplar ist recht laut und er kann auch in benachbarten Zimmern gehört werden, wenn es ruhig ist.

In meinem Fall wurden beim Händler, Krebs und Grundel in verschiedenen Becken gehalten und waren somit kein Paar beim Kauf. Ich war gespannt wie lange es dauern würde bis die beiden zueinander finden bzw. ob sie überhaupt eine Symbiose eingehen würden.

Bereits kurz nach einsetzen bezogen beide die flachste aber sehr große Höhle unter meinem zentralen Riffstein. Bereits am 2. Tag konnte ich sie kurz zusammen beobachten. Die Symbiose funktioniert also sehr einfach und ich konnte keine Probleme beobachten.

Robustheit

Meine erste Stonogobiops nematodes war in etwas bedauerlichen Zustand, ich konnte einige Flossenschäden, eine leichte Verkrümmung des Körpers zur linken Seite und generell blasse Farben feststellen. Mir tat sie sehr leid und so kaufte ich sie beim Händler obwohl sie in keinem guten Zustand war.

Meine  Stonogobiops nematodes direkt nach dem Kauf. Im Vergleich zum Titelbild des Beitrags (das nach ca 6 Monaten aufgenommen wurde) zeigt sich wie gut  Stonogobiops nematodes in dasnanoriff passt und sich hier gut erholt hat.

Da ich keine weiteren Fische zu dieser Zeit pflegte, war sie mit Abstand das größte Tier im Becken. Sie maß damals schon gut 5 cm. Nachdem ich sie reichlich mit Granulat und Plankton von JBL fütterte, nahm sie schnell Nahrung auf. Bereits nach wenigen Tagen wurden ihre Farben langsam kräftiger. Nach wenigen Wochen zeigte sie Strahlende Farben mittlerweile fütterte ich sie fast nur noch mit Granulat und ab und an mit Artemia Frostfutter. Auch sämtliche Flossenschäden waren verheilt und die Krümmung zu einer Seite war nicht mehr Auszumachen. Ich gehe davon aus, dass die Krümmung durch eine Verletzung entstand, das Gewebe auf der Seite sah auch anders aus. Ob diese von einem anderen Tier oder beim Fangen oder Transport verursacht wurde kann ich nicht sagen, es gab aber keine Anzeichen für eine Infektion.

Nach meiner Erfahrung ist Stonogobiops nematodes ein robuster Fisch der sich auch gut für Anfänger eignet.

Nahrung

Die Nahrungsaufnahme machte mir in der ersten Woche noch etwas Sorgen, so fraß meine Grundel doch nur relativ wenig Granulatkörner, doch sah ich trotzdem das sie schnell zunahm. Allerdings fiel relativ Granulat auf den Boden, wo die restliche Mikrofauna sich über es hermachte.

Tierisches Plankton fraß sie noch lieber, dieses war mir allerdings auf Dauer zu teuer und auch Artemia kann ich nur ab und zu füttern, doch gedeihen meine mittlerweile zwei Stonogobiops nematodes sehr gut und die erste ist ein sehr prächtiges und großes Exemplar geworden.

Stonogobiops nematodes ist einfach an verschiedene Arten von Futter zu gewöhnen und nimmt auch Trockenfutter gut an. Damit ist sie prädestiniert als ein einfacher Pflegling.

Paarhaltung bzw. Verpartnern

Wie eingangs erwähnt kaufte ich zuerst nur eine Grundel und ein Symbiosekrebs aber nachdem ich meine Gelbe Korallengrundel abgeben musste, da sie sich über die SPS hermachte, merkte ich das meine Stonogobiops nematodes wieder scheu wurde. Während die Korallengrundel dasnanoriff bewohnter war auch meine Stonogobiops nematodes viel mehr zu sehen und weit weniger scheu als bisher.

Ich wollte ihr also einen Partnerl kaufen. Mir war durchaus bewusst, dass das auch schief gehen kann. Damit das Risiko minimiert wird, suchte ich eine kleinere aber nicht zu kleine Stonogobiops nematodes, welche ebenfalls alleine war. Einen weiteren Knallkrebs wollte ich nicht einsetzen sollte es doch auch bei diesen zu starken Rivalitäten kommen können.

Bevor ich die neue Stonogobiops nematodes einsetzte wurde die Futterdosis nochmals etwas erhöht (ich füttere 3 mal täglich mit Futterautomat) und eine weitere Artemia-Fütterung eingeführt. Durch das mehr als ausreichende Futterangebot sollten etwaige Aggressionen wegen Futterneids minimiert werden. Auch brachte ich noch 2 Herzmuschelschalen die mit Löchern versehen war in dasnanoriff, so gab es zusätzliche Verstecke und Rückzugsmöglichkeiten. Leider waren diese auch bitter nötig.

Nach einsetzten der neuen Grundel lief erstmal alles prächtig und beide Stonogobiops nematodes bezogen die gleiche große Höhle unter dem zentralen Riffstein. Doch bereits nach einer Stunde brachen plötzlich Aggressionen aus, was diese auslöste weiß ich leider nicht. Es gab deutliche Drohungen bei denen die Grundeln wie auf dem unteren Bild zu sehen ist, parallel zueinander schwammen und ihre Mäuler gewaltig weit auf rissen. Kurz darauf attackierte die ältere und größere Stonogobiops nematodes den Neuankömmling mit heftigen Bissen. Nach einigen Kämpfen zog sich diese zurück in eins der neu eingebrachten Verstecke.

Drohverhalten der beiden Stonogobiops nematodes, sie schwammen meist erst parallel zueinander bevor sie sich attackierten. Das Aufgerissene Maul genauso wie Flossenabstellen sind deutliche Drohgebärden.

Meine alte Grundel schwamm jetzt zum ersten mal seit ihrem Einsetzen offen im Becken und suchte nach dem Rivalen. Sobald sie ihn erblickte  kam es zu Drohungen und oft auch zu kämpfen. Dadurch das meine erste Grundel ca 2 cm größer war als die Neue, waren der Ausgang aller Kämpfe von vornherein klar.

Hier lassen sich gut die Größenunterschiede erkennen. Auch sind die recht großen Zähne von Stonogobiops nematodes zu sehen.

Ich erhöhte nochmals die Futtermenge und wartete ab, hatte aber bereits alles zum Rausfangen der Neuen bereitgelegt. Nach ca 3 Tagen flauten die Aggressionen plötzlich ab. Die Neue schwamm plötzlich neben der Alten beim Fressen und es kam nur noch gelegentlich zu Drohungen, diesmal auch nur von der kleineren gegen die Größere, es kam aber nie zu Bissen wie vorher.

Mittlerweile teilen sich beide eine Höhle, sie schauen manchmal getrennt raus und manchmal zusammen. Beide Fische haben dabei scheinbar mit dem Knallkrebs eine Symbiose eingegangen, denn ich kann beide mit ihm beobachten. Ob sie nun ein festes Paar sind bzw. werden weiß ich noch nicht, vielleicht ist es auch nur ein Tolerieren aber bisher sieht es sehr gut aus. Die neuere Grundel hat mittlerweile auch ihre Flossenschäden regeneriert und an Farbigkeit gegenüber des Kaufes zugenommen.

 

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